Ein paar Worte zum Blitzer-Marathon

Donnerstag, 18. September 2014

Heute läuft ja wieder diese polizeiliche Sportveranstaltung „Blitzer-Marathon„. Als biketoworkler habe ich auf dem Fahrrad ja eher weniger damit zu tun, obwohl die Berliner Polizei ganz gerne mal an meinem Rad rumnörgelt „Wo iss’n ihr Licht“ (brauch ich nicht. Is ja hell) oder „keene Klingel oda wat“ (nee, sieht am Rennrad scheiße aus und ausserdem hab ich ne kraftvolle Stimme zum „aus’m dem Weg“ rufen).

Aber heute waren die Verkehrsregler eher darauf erpicht Autos und Motorradfahrer abzukassieren. Allerdings finde ich bemerkenswert mit welch einer Taktik gearbeitet wird.

Auf meiner täglichen Strecke begegne ich regelmäßig (so zwei-drei Mal pro Woche) mindestens zwei „Blitzern“, die hightechmäßig getarnt im hinteren Bereich, vorzugsweise eines VW „versteckt“ sind. zur besseren Tarnung werden hinter dem Auto auf rund 10 Metern bunte Hütchen (aka Pelonen) aufgestellt. Und vorne im Wagen sitzt ein gelangweilter Beamter und fragt sich vermutlich was an seiner Karriere falsch gelaufen ist.

Also ein Mann (oder eine Frau) und ein gemeiner Fotoapparat und fertig ist. Scheint zu funktionieren, denn ich sehe mit schöner Regelmäßigkeit das fiese rote Licht aufblitzen, wenn ich lächelnd auf dem Fahrrad daran vorbei fahre und genervte Autofahrer eher damit beschäftigt sind mich unbedingt überholen und  sich darüber aufregen zu müssen das ich böser Biker lieber auf der Straße als auf dem Radweg zu fahren (Details dazu gibt es übrigens hier), als auf die gemeinen bunten Hütchen am Strassenrand zu achten.

Nun frage ich mich heute aber warum an den gleichen zwei Stellen, wo sonst ein Mann (oder eine Frau) und ein Fotoaparat die Staatskasse füllen, mindestens 8 Personen zum Einsatz kommen die im Grunde das Gleiche machen. Nur eben mit viel mehr personellem Aufwand und dazu noch verbunden mit erheblichen Verkehrseinschränkungen, da die Herrschaften volle zwei Fahrspuren fast zum Stillstand bringen. Zum einen weil die Autofahrer, nachdem sie die Gefahr erkannt haben lieber mal vollständig auf das Gas geben verzichten und mit gefühlten 15 Km/h und unschuldigem Blick an der „Kontrollstelle“ vorbeischleichen, zum anderen weil die Polizei mindestens eine ganze Spur vollständig mit „aus dem Verkehr gezogenen“ Fahrzeugen blockieren.

Zudem gibt es dann auch noch die Spezialisten, die etwas spät merken das da eine Armada aus Beamten stehen, voll auf die Bremse latschen und die zweite Spur durch einen unvermeidlichen Auffahrunfall auch noch voll blockieren.

Ist das der Sinn dieser Veranstaltung?

Und statt der schon bekannten 1-Mann (oder Frau) und 1-Fotoaparat Taktik, stehen heute an gleicher Stelle 2 Männer (oder Frauen) an einem Laser, 2 weitere Männer (oder Frauen) die die ertappten (oder verdächtigen) Fahrzeuge rauswinken und drei bis vier weitere Frauen (oder Männer) die mit einem Kugelschreiber bewaffnet ihren Dienst erledigen.

Da kann man nur hoffen, dass heute kein Bürger auf die Hilfe der Polizei angewiesen ist. Denn mit Blick darauf, dass es massive personelle Engpässe gibt scheint die heute besseres zu tun zu haben als für Recht und Ordnung zu sorgen. Statt dessen lieber das Chaos auf Deutschen Straßen noch ein Stück weit vergrössert…

Fotocredit: CC BY-NC 2.0 Via Tim Reckmann, flickr

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