Julian Philipp David und die traurigen Kids

Donnerstag, 2. März 2017

Vor gar nicht all zu langer Zeit hörte ich im Radio einen Song mit dem Titel „Die Nacht ist mit uns„. und die Nummer von Julian Philipp David hat mein Interesse geweckt. Julian Philipp David ist kein Trio, sondern ein ziemlich cooler Typ mit einem interessanten Lebenslauf für einen neuen deutschen Pop Poeten. 

Er bezeichnet seine Musik als „Songwriter-Rap“ was man so unterschreiben kann. Nach der EP Herbst, die am 18.November 2016 erschienen ist und neben „Die Nacht ist mit uns“ vier weitere eingängige Titel zu hören sind, die Lust auf mehr machen. Und dieses „mehr“ gibt es jetzt in Form der ersten Single „Traurige Kids“ vom kommenden Album.

Wer Julian Philipp David live erleben möchte, kann das am/in/im:

  • Sonntag 02.04.2017- München, Ampere
  • Montag 03.04.2017 – Berlin, Musik & Frieden
  • Dienstag 04.04.2017 – Hamburg, Nochtspeicher
  • Mittwoch 05.04.2017 – Frankfurt, Zoom

Bio

Aufgewachsen in einem beschaulichen Dörfchen bei Freiburg, spielte sich Julian im Fast-Forward durch die Dreifaltigkeit der kleinstädtischen musikalischen Früherziehung: Musikverein, Jazzorchester, die erste eigene Band. Gehört wurde deutscher HipHop. „Gern Geschehen“, „Blast Action Heroes“,“Esperanto“ und das „Deluxe Soundsystem“ liefen bei Julian auf höchster Rotation: „Ich war zwar fast ein bisschen spät dran, die Alben kamen ja alle schon um die 2000er herum raus. Um den Rückstand aufzuholen, habe ich dann halt fast nichts anderes mehr gehört. Mit den ersten Bühnenerfahrungen und einem rückblickend immer noch schwer passablen Musikgeschmack bewaffnet, habe ich mit meiner Band alles ausprobiert, was man als junge Band damals so gemacht haben musste“ erzählt er lachend. „Onlinevotings, Bandcontests und eine hässliche MySpace-Seite – alles das mal mitgenommen.“

Die im damaligen HipHop-Kontext eher unpopuläre Arbeit mit einer Band anstatt mit einem DJ, hatte neben der musikalischen Flexibilität und einem permanenten Klassenfahrt-Feeling einen weiteren großen Vorteil: Julian legte schnell seine durch Rap angelernten Berührungsängste mit deutscher Popmusik ab. Weg mit den Genre-Scheuklappen: Was gut klingt, gewinnt!

Auch in Mannheim, wohin es Julian 2012 für sein Studium verschlägt, lernt er schnell wieder ein paar Jungs kennen, die seine Vision teilen. Als Tonomat 3000 nimmt man die „Tono“-EP auf, spielt Konzerte und auf Festivals vor Max Herre oder Marteria und macht sich im süddeutschen Raum binnen kürzester Zeit einen Namen. Als es nach drei Jahren zwei Bandmitglieder in andere Städte zieht, löst sich Tonomat 3000 auf. Julian macht von da an alleine weiter.

Mit dem Produzenten Jens Schneider geht es im Herbst 2015 für eine Woche in ein kleines Schreberhäuschen im Dorf Warmbronn bei Stuttgart. Die beiden igeln sich ein, frieren, hacken Holz, schreiben Texte und arbeiten gemeinsam an Songs. Zurück in Mannheim weiß Julian wieder, wo es hingehen soll. Solo, kompromissloser und ehrlicher denn je. Kein kreativlustiger Künstlername, sondern schlicht und einfach die drei Namen, die ihm seine Eltern damals bei seiner Geburt gegeben haben: Julian Philipp David. Das Ergebnis dieser Sinn-und Songsuche in der schwäbischen Provinz ist die „Herbst“–EP und könnte schöner nicht sein.

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