Wann kommt endlich die eBook Flatrate?

Donnerstag, 16. Februar 2012

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber hin und wieder greife ich gerne mal zu einem guten Buch. Allerdings – wie so ziemlich bei allen anderen Medien auch – gerne digital, sprich eBook. Und hier ärgere ich mich regelmäßig über die Preisgestaltung.

Kleines Beispiel:

Wenn ich für die gebundene Ausgabe von Stephen King’s Der Anschlag (erhältlich seit 23.01.2012) aktuell bei Amazon 26,99 EUR auf den virtuellen Tisch lege ist das Ok. Kann man ja nach dem Lesen dekorativ in das Bücherregal stellen, seinen Freunden und Verwandten ausleihen, im Herbst Blätter pressen oder falls das Brennholz mal ausgehen sollte, in Energie durch verbrennen umwandeln.

Warum ich allerdings für die digitale Kindle-Edition 21,99 EUR bezahlen soll und damit gerade einmal 5 EUR gegenüber der (mit den o.g. Vorteilen ausgestatteten) physischen Version spare, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Zumal Verlag und Amazon bei dieser Version doch eigentlich deutlich sparen müssten, da der Materialaufwand und die Logistik doch fast komplett wegfallen.

Da ich keine Lust habe 21,99 EUR für eine digitale Kopie zu zahlen, habe ich zwei Möglichkeiten. Entweder ich warte Monate (oder Jahre) bis der Preis für das eBook auf ein akzeptables Niveau fällt oder ich kaufe es einfach nicht, sondern gehe in die lokale Stadtbücherei und besorge mir die physische Version. Denn ich habe ja als Lesebegeisterter Mensch einen Bücherreiausweis. Der kostet mich übrigens 12 EUR im Jahr und berechtigt mich dazu 12 Monate lang soviele Bücher auszuleihen wie ich mag.

Und da sind wir schon beim eigentlich Thema. Denn das ist ja quasi schon eine „Flatrate“ für Bücher. Allerdings eben für gebundene Ausgaben und nicht für eBooks.

Ich bezahle monatlich 9,99 EUR für unbegrenzten Musikgenuß bei rdio.com. Ich muss die Musik nicht besitzen. Ich konsumiere sie lediglich. Ausserdem bezahle ich den gleichen Betrag (9,99 EUR) für ausreichenden Filmgenuß bei lovefilm.de (gehört übrigens zu Amazon). Dafür bekomme ich im Monat 4 DVD/blu-ray (auch in 3D, wenn gewünscht und vorhanden) bequem per Post nach Hause geliefert und auf dem gleichen Wege gehen die Silberlinge auch wieder (kostenfrei da Porto bereits gezahlt) wieder an Lovefilm zurück. Ausserdem kann ich einen Haufen (älterer – aber dennoch guter) Filme direkt über PC- und oder Playstation 3 Streamen. Das ist alles in der „Flatrate“ enthalten.

Warum nun kann es das nicht auch für eBooks geben? Gegen eine jährliche (z.B.: 50 EUR) oder monatliche Gebühr (z.B.: 5 EUR) entweder, wie bei Lovefilm auf eine monatlich begrenzte Anzahl (4?) eBooks zurückgreifen können oder gar unbegrezter Zugriff auf alle eBooks haben. Ich bin mir sicher da gibt es Modelle die sich für Verlage, Amazon & Co. und Konsumenten rechnen.

Aber ich meine irgendwo mal gelesen zu haben, dass es Planungen in diese, richtige Richtung gibt aber die Verlage das wohl (noch) verhindern wollen. Ich denke das wird sich spätestens dann ändern, wenn auch die Verlage verstanden haben, dass eBooks genau so illegal verbreitet werden (können) wie Musik und Filme. Das kann man durch vernünftige Abo-Modelle genau so eindämmen wie illegale Musik- und Filmdownloads, die in Zeiten von rdio.com, simfy.de, lovefilm.de, maxdome.de und all den anderen Diensten eigentlich kein Thema mehr sein sollten.

 

3 Comments

  1. Sebastian

    16. Februar 2012 at 13:41

    *sign*
    Das ist auch der Grund warum ich mir noch kein Kindle zugelegt habe. Wenn man bei einem Buch / Spiel / Film rund 3-6 Monate wartet, dann spart man locker 30-50%.
    Bei einem eBook ist das aber nicht so bzw kann man es eben nicht mehr verkaufen.

    Ich vermute der elektronische Markt ist einfach noch zu jung. War bei der Musik ja nicht anders. Wie lange mussten wir mit DRM leben und uns knechten lassen. Ich glaub nach 2-3 Jahren kam dann Apple und hat das geändert.
    Vielleicht wird es hier auch wieder Apple sein, die hier ne Art Flatrate oder andere Preise anbieten werden.
    Ne Art Flatrate gibts ja schon für Hörbücher. Bei Audible zahlt man nen 10er und bekommt jeden Monat eins „gratis“. Ok ne Flatrate ist was anderes, aber schonmal der erste Schritt.

    Bin gepannt wie sich der Markt entwickelt.

  2. Lars Wichert

    Lars Wichert

    16. Februar 2012 at 20:11

    Wollen wir hoffen, dass es nicht so lange dauert wie bei der Musik 😉

  3. Susi

    14. Juli 2012 at 10:12

    Aber auf der anderen Seite ist es schpon praktisch, wenn man 20 Bücher in einem kleinen eBook-Reader mitnehmen kann. Ist halt immer so ein für und wider….

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